Das leise Zischen der Espressokanne, Brotscheiben auf einer gusseisernen Platte, ein Löffel Bergblütenhonig, der über warmen Buchweizen fließt. Du sitzt am kleinen Fenster, beobachtest Wolken, die an Felsen hängen, und planst nur den ersten Abschnitt. Vielleicht kommt ein Nachbar vorbei, bringt Eier, erzählt kurz von Gämsen oberhalb der Baumgrenze. Dieses Frühstück ist kein Auftakt zur Hektik, sondern eine langsame Einladung, den Tag mit freundlichen, kräftigen Gesten zu beginnen.
Auf einer Planina stapeln sich Holzbretter, darauf Tolminc und Bohinjski sir, daneben dicke Scheiben Brot. Eine Hirtin namens Ana schenkt Sauermilch nach, fragt, wohin du wanderst, zeigt mit dem Stock eine sichere Traverse. Ihr Hund döst, Fliegen tanzen im Takt der Kuhschwänze. In dieser Ruhe schmeckt selbst das Schlichte festlich. Du notierst dir den Namen der Alm, um später Danke zu schreiben, vielleicht eine gedruckte Fotokarte zu schicken.
Wenn der Tag verglüht, legst du dich ans Ufer der Soča, isst langsam, vielleicht eine Forelle vom Grill, dazu Salat und Brot. Das Wasser erzählt Geschichten vom Gletscher, die Luft wird kühl. Du sammelst Müll, der nicht deiner ist, löschst die Glut gewissenhaft, schaust den letzten Lichtstreifen entlang des Flusses. Kein Lärm, nur Strömung. Der Rückweg gelingt im Dämmerlicht, leicht und zufrieden, mit stiller Dankbarkeit für Einfachheit.
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